Ist der Fernseher eigentlich noch zeitgemäß?
Im Vergleich zu anderen technischen Produkten in unserem Leben ist er ja eigentlich eine Konstante, die sich, abgesehen vom Formfaktor, in den letzten Jahren nicht groß verändert hat. Es ist ein bisschen wie mit dem Radio. Beide haben einen Anschluss ans Internet und ein paar smarte Funktionen bekommen, aber im Endeffekt sind sie gleich geblieben. Man schaltet sie für Unterhaltung, oder einfach nur als Hintergrundgeräusch an und ab, sobald man sich etwas anderem widmet.

Während Radios sich wohl immer mehr in Richtung von Sprachassistenten mit Unterhaltungskomponente a la Alexa entwickeln werden, könnten Fernseher einen größeren Stellenwert bei der Dekoration des Haushalts einnehmen. Die schwarze Fläche, die sie aktuell im ausgeschalteten Zustand präsentieren ist ja nun wirklich nicht schön anzusehen. Einer Alternative dafür widmen sich gerade Samsung, aber auch kleinere Startups wie Framen, wobei ihre Ansatzpunkte verschieden sind.
Aber schauen wir uns erst einmal an, was Samsung präsentiert.

Samsung hat also einen Fernseher gebaut, dessen USP es ist, dass er im Stromsparmodus Kunst zeigt, die vom Nutzer auch ausgewählt werden kann. Dazu kommt ein Look, den wir so noch nicht von der breiten Masse von TV Geräten kennen, wohl aber von früheren Samsung Experimenten. Das Unternehmen aus Südkorea hat schon öfter mit Formen gespielt, die designlastiger und so dem Auge gefälliger waren.

Framen auf der anderen Seite hat gar keine Fernsehfunktion, sondern sieht sich als das Spotify der Bilder. Gerade bei der aktuellen Flut an nutzergenerierten Fotos, wird es immer mühseliger diese zu sortieren und sie tatsächlich außerhalb der telefoneigenen Galerie zu verwenden. Da will Framen ansetzen. Per App kann man die neuesten Fotofavoriten an den „digitalen Bilderrahmen“ schicken und dieser stellt sie dar. Sobald sich die KI dazu schaltet, sortiert die App sogar selbst die erhaltenen Fotos in Orte oder Daten. Einfach mal die Fotos vom letzten Sommerurlaub anzeigen lassen? Kein Thema.
Und der Spotify Vergleich? Framen will über seine App auch Kunst verteilen. So wird man Playlisten wie „New York in Schwarz Weiß“ abonnieren können, oder auch in den Genuss von Sammlungen kommen, die direkt von Künstlern oder Museen kuratiert werden.

Learning: Der Bildschirm wird salonfähig. So wird er vom reinen Nutzobjekt zu einer Möglichkeit dem Raum mehr Charme zu verleihen. Zum einen durch den produkteigenen Look, zum anderen durch die dargestellten Inhalte. So werden wir vielleicht bald alle zu Kunstkennern, weil wir auf einmal einen ganz einfachen Zugang dazu erhalten. Ähnlich wie Musikstreaming jeden zum DJ machen kann, unabhängig von den Platten die er tatsächlich besitzt.