Digital Lifestyle ist hip und begehrt. Und wer nicht jedes Gadget selbst kaufen kann, der schaut auf Youtube anderen Leuten dabei zu, wie sie diese Gadgets auspacken. Oder man sieht den gleichen Leuten dabei zu, wie sie zu Produktvorstellungen eingeladen werden und das Leben der Early Adopter führen können, das der breiten Masse verwehrt bleibt.
Eine Beziehung zwischen Unternehmen und Influencer muss da ganz besonders in den Vordergrund gestellt werden: Samsung & Casey Neistat.
In den Staaten ist Neistat in Y & Z Generation DAS Aushängeschild für Samsung, zusammen macht man mittlerweile sogar TVCs (uff, ganz „alter Kanal“).

Doch wie Influencer Marken präsentieren, für diesen Artikel nur auf Youtube bezogen, ändert sich mit den Erwartungen, die die Fans an ihre Idole haben.
Vor einigen Jahren produzierten die meisten namhaften Youtuber hauptsächlich geplante thematische Videos. Da war es einfach einen Platz im „Sendeprogramm“ zu kaufen und ein Video komplett an einer Marke auszurichten. Die frühen Videos von Neistat zeigen das auch, bspw. seine Promotion für das Nike Fitness Armband. Doch mittlerweile geht der Trend zu VLOGs (Video Logs). Fans wollen mehr von ihren Idolen sehen und diese haben angefangen jeden ihrer Tage in Video einzufangen und tatsächlich fast täglich Videos online zu stellen.

Unternehmen die jetzt mit bekannten YouTubern zusammen arbeiten wollen, tun also gut daran, sich in ihrem alltäglichen Leben zu platzieren. Oft passiert das, indem sie YouTubern Pakete zuschicken, die diese dann in einem VLOG auspacken, oder sie laden sie zu Veranstaltungen ein, die wiederum auch in den VLOGs landen. Das wirkt authentisch, birgt aber seine eigenen Fallstricke, im folgenden illustriert am Beispiel von Flying Uwe, einem Hamburger, der über 1 Mio. Abos hat.

Man sieht, der negative Rückschlag auf die Marke ist imminent, nur weil etwas in der Kommunikation im Vorfeld schief gelaufen ist. Im Gegensatz zu einer gebrieften Produktplatzierung kommt im VLOG Format das Ego des YouTubers zum Tragen, und wenn dieses nicht hofiert wird, entwickelt sich die wohlgemeinte Eventeinladung zum halben Shitstorm.

Die Zeiten um solche Probleme vor der Veröffentlichung einzudämmen, werden immer kürzer, denn diverse Kanäle bewegen sich auf eine konstante Live Kommunikation zu. Für die kommenden Wahlen in Frankreich waren die Kandidaten beider Parteien auf Snapchat, Mélenchon trat sogar mithilfe von Hologrammtechnologie in 7 Städten gleichzeitig auf.
Fehler sind bei solchen Aktionen direkt von einem großen Publikum erlebbar und können so nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden. Perfekte Exekution wird immer wichtiger.

Learning: Wer konstant auf dem Zug der neuesten Marketing Kanäle mitfahren möchte, tut gut daran nach Excellence zu streben. Das Internet vergisst nicht und eine schlecht ausgeführte Kampagne bleibt mit ihrem negativen Fallout länger im Gedächtnis als eine Gute. Pepsi & Nivea können davon in jüngster Vergangenheit ein Lied singen.