Limitierte Sneaker mit eingewebtem Jahresticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Was vor zwei, vielleicht sogar vor einem Jahr noch wie eine sehr merkwürdige Idee direkt aus dem Brainstormmeeting der Agentur geklungen hätte, wurde im Januar 2018 Realität. Die BVG hat in Kooperation mit adidas und der Agentur Jung von Matt 500 Sneaker im markanten Design der U-Bahnsitze anfertigen lassen und diese an ausgewählte Enthusiasten verkauft. Für 180 € gab es das paar Schuhe mit dem direkt enthaltenen Jahresticket. Ein guter Deal für alle Seiten.

Branchenpresse und Tageszeitungen berichteten über die Aktion, während die Glücklichen, denen per Losverfahren erlaubt wurde, ein Paar der Schuhe zu kaufen, sehr billig an ein Jahresticket der BVG kamen. Sollten sie die Schuhe denn behalten haben.

Weltweite Szenebekanntheit

Sneaker und Street Fashion sind aktuell der letzte Schrei, die Industrie kommt kaum damit hinterher, limitierte Varianten zu produzieren und neue Kooperationen anzukündigen, so hoch ist das Bedürfnis der Käufer nach Neuem. Aus der künstlichen Verknappung der Limited Editions ist ein Weiterverkaufsmarkt entstanden, der global agiert. Webseiten wie grailed.com sind das neue, spezialisierte Ebay und verknüpfen Berliner Schuhverkäufer mit Abnehmern aus der ganzen Welt. Die ersten BVG Sneaker tauchten noch vor dem offiziellen Verkaufsstart für 10.000 € Wiederverkaufswert auf den Plattformen auf, der aktuelle Preis liegt bei 900 €-1.000 €.

Doch nicht nur die in Deutschland bekannte Presse berichtete über die Schuhe. Street Fashion Portale wie Hypebeast trugen die News an ein globales Millionenpublikum und sorgten damit für zusätzliche Publicity in der Trendsetter-Community.

Die Problematik des Mitmachens

Bei einem derartigen Hype lag es nur nahe, dass es nicht bei der einen Umsetzung bleiben würde. In den Tagen nach dem BVG Sneaker wurden fast im Stundentakt neue Kooperationen angekündigt. Der Telekom Sneaker für Mitarbeiter wurde angekündigt, Sony brachte den Playstation Sneaker an den Start und man wurde nochmal daran erinnert, dass bereits im November 2017 der Verkauf von Pfeffi Sneakern gestartet wurde.

Selbst der Einhorn- und Glitzertrend wurde nicht derart schnell iteriert, wie der Sneaker-Trend. Aufgrund von sehr kurzen Produktionszeiten ist es für jede Marke möglich auf den letzten, neuesten Marketing Trend aufzuspringen und wenigstens kurzzeitig von ihm zu profitieren.

Doch der Wind der Publicity dreht sich ebenso schnell. Über die Telekom Turnschuhe macht sich die Sneaker-Szene bereits lustig und keiner der anderen „Deutschland-Marketing-Schuhe“, schaffte es auf die Seiten von Hypebeast.

Und auch, wenn dieser Trend bereits sein Ende erreicht haben mag, zeigt er ganz deutlich: Die Zeit der Experimente ist jetzt. Berliner Verkehrsbetriebe, die einen limitierten Turnschuh auf den Markt bringen, der weltweiten Anklang findet. Wer hätte es geglaubt.

Zusammenfassung: Marken dürfen jetzt experimentieren und sich ausprobieren. Verrückte Kommunikationsmaßnahmen, an die man früher nicht geglaubt hätte, bergen heute Chancen ein weltweites Publikum zu erreichen. Es gilt nur: Unter den Ersten zu sein, bei Idee und Ausführung. Wer sich nur an die Trends hängt, wird so auch wahrgenommen.