Der Gesundheitssektor wird oft außer Acht gelassen, wenn über den 5G Ausbau und die damit verbundenen Kapazitäten gesprochen wird. Doch gerade dieser Bereich von angebundenen Geräten wird in den nächsten Jahren enormes Wachstum verzeichnen, wenn man die jüngsten Studien betrachtet.

In den USA, wo die Krankenversicherungssituation sehr viel prekärer als in Deutschland ist, ist aktuell noch der „Affordable Care Act“ wirksam. Unter dieser Regelung werden Krankenhäuser bestraft, deren Patienten innerhalb von 30 Tagen nach abgeschlossener Behandlung mit der gleichen Diagnose wieder eingeliefert werden. So sollen falsche oder unnötige Behandlungen unterbunden und vor allem der Patient entlastet werden.

Die Internet of Things Entwicklung sorgt dafür, dass diverse Geräte an das Internet angebunden werden, die vorher teils völlig analog waren. Wearables, in erster Linie Smartwatches, sind schon seit Jahren auf dem Markt und je ausgeprägter ihre Sensoren werden, desto mehr Daten können sie erzeugen.

Durch die Situation in den USA wird vor allem dort die Entwicklung angetrieben, den Patienten mithilfe elektronischer Unterstützung gar nicht erst bis ins Krankenhaus kommen zu lassen. Durch die konstant erhobenen Daten wird diese Möglichkeit immer realistischer. Die Genauigkeit der Pulsmessung durch die Apple Watch wird immer wieder bemängelt, doch die Situation vorher war, dass es überhaupt keine historischen Daten gab, die der Patient selbst erhoben hat. Ähnlich verhält es sich mit dem Aktivitätslevel. Jeder weiß, dass man ungern ehrlich ist, wenn der Arzt danach fragt, wie aktiv man im Alltag ist. Doch jetzt gibt es die Möglichkeit, mit der Smartwatch besser nachzuvollziehen, wie viele Minuten man aktiv war.

Von den bekannten Entwicklungen profitieren auch völlig gesunde Menschen. Doch wenn man Patienten dauerhaft davor bewahren will, zurück ins Krankenhaus zu kommen, muss man sie in ihrer neuen Lebenssituation unterstützen. Die WHO schätzt, dass in entwickelten Ländern gerade einmal 50% aller chronischen Patienten es schaffen dauerhaft ihre Medikamente zu nehmen. Die andere Hälfte leidet unter den Folgeerscheinungen. In den USA machen diese Folgeerscheinungen 10% aller Krankenhausbesuche und 125.000 Tode pro Jahr aus.

Aus diesem Grund gehen die Krankenkassen dort bereits den nächsten Schritt. 18% von ihnen sagen, dass sie bereits an der Produktion von intelligenten Pillenkästen arbeiten, 62% befinden sich in der Pilot- & Researchphase für diese Produkte und nur 20% haben kein Interesse in diese Kategorie vorzustoßen. Ähnliche Angaben gibt es zu spezifischen Smartwatch Apps und Fitness Trackern.

Aktuell mag diese Entwicklung durch die Krankenversicherungssituation noch sehr spezifisch für den nordamerikanischen Markt sein. Doch darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass die deutsche Gesellschaft rapide altert. Gesundheit im Alter wird immer weiter in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Unternehmen erkennen teilweise diese Entwicklung schon, denn Medisafe und Takeda arbeiten an einer gemeinsamen App zur Medikamenten-Adhärenz.

Zusammenfassung: Diverse Geräte werden in den nächsten Jahren angebunden und intelligent. Nicht nur Voice Assistants oder Smartwatches, dem Verbraucher muss vermittelt werden, dass sich IoT auch in andere Bereiche seines Lebens erstrecken wird und ihm da grundlegende Vorteile bringen kann.